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Domschatz Quedlinburg

Der Schatz von St. Servatius in Quedlinburg gehört zu den ehrwürdigsten Kirchenschätzen in Deutschland. Über 1000 Jahre blieb er an seinem angestammten Ort erhalten. Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs 1945 fand man einige der Kisten, in denen der Schatz ausgelagert war, aufgebrochen: Zwölf kostbare Gegenstände des Schatzes fehlten.
Erst 45 Jahre später führte eine Spur in die USA, nach Whitewright/Texas. Von dort aus waren wertvolle Kunstwerke zum Kauf angeboten worden, die sich als Teile des Quedlinburger Schatzes erwiesen. So stieß man auf die Erben des 1980 verstorbenen Joe Tom Meador, der 1945 als Oberleutnant der US-Army in Quedlinburg gewesen war. Nach einem langwierigen außergerichtlichen Vergleich gelang im Frühjahr 1992 die Rückführung der wertvollen Kunstwerke.

Über 50 erlesene und bewunderungswürdige Werke mittelalterlicher Kunst gehören zum jetzt wiedervereinten Quedlinburger Schatz. Aus Gold und Silber, aus Elfenbein und Bergkristall gearbeitet, mit Edelsteinen reich verziert, zeugen sie von seiner historischen Bedeutung und erweisen zugleich seinen hohen künstlerischen Rang.

Geschichte des Quedlinburger Schatzes

Die Anfänge des Quedlinburger Schatzes sind mit dem Beginn des deutschen Königtums verknüpft.
Als Herzog Heinrich von Sachsen (»der Vogler«) im Jahre 919 zum König des ostfränkischen Reiches gewählt wurde, ließ er Quedlinburg zu einer der wichtigsten Pfalzen des Reiches ausbauen und feierte hier oft das Osterfest, den höchsten Feiertag der christlichen Kirche.
Nach seinem Tod 936 errichtete Königin Mathilde ein Kanonissenstift auf dem Burgberg. Sie ließ über dem Grab ihres Gemahls eine Kirche errichten die der Muttergottes, dem hl. Servatius und dem hl. Dionysius geweiht war. Auch Mathilde wurde später hier bestattet.

Ihr Sohn, Otto I., der Große (936-973), beschenkte das Stift großzügig mit Reliquien. Über 100 Jahre waren ausschließlich Töchter des regierenden Königshauses Äbtissinnen des Quedlinburger Stifts. Ottos Tochter, Marhilde (966-999), spielte gleichzeitig eine bedeutende politische Rolle. Auch Abtissin Adelheid (999-1045), Schwester Ottos III., war am politischen Geschehen beteiligt und verhalf dem Stift zu großem Ansehen. Kontinuierlich wuchs auch dessen Schatz.
Vermutlich war es Äbtissin Agnes II. (1184-1203), Tochter des Markgrafen Konrads von Meißen, die den »Zitter« in die Stiftskirche einbauen ließ: als eigene Schatzkammer für die kostbaren Gegenstände, die von der einstigen Bedeutung und dem hohen Ansehen des Quedlinburger Stiftes künden.
Die glückliche Zusammenführung des Quedlinburger Schatzes ermöglicht einen neuen Blick auf ein großes Zeitalter deutscher Geschichte, das sich in seinen Kunstwerken glanzvoll spiegelt.

Domschatz Quedlinburg Bergkristallflakonzoom
Domschatz Quedlinburg Evangeliarzoom

Evangelisches Kirchspiel Quedlinburg
Stiftskirche St. Servatii
Schlossberg 1g
06484 Quedlinburg
+49 (3946) 70 99 00
+49 (3946) 52 43 79
qlbdomschatz@gmx.de
www.domschatzquedlinburg.de

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D-38820 Halberstadt
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